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Klimawandel und Raumplanung

Deutschland hat im Dezember 2008 eine "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" sowie 2011 einen "Aktionsplan Anpassung" verabschiedet. Dabei wird der Raumentwicklung

  • eine koordinierende Rolle zum Schutz, zur Sicherung und zur nachhaltigen Entwicklung der Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumstruktur sowie der natürlichen Ressourcen zugeordnet
  • und eine zentrale Rolle im Hinblick auf konkrete Maßnahmen in Regionen und Städten beigemessen.
  • Sie hat für die fachpolitischen Sektoren übergreifend Vulnerabilitäten zu bewerten, den intersektoralen Dialog zur Entwicklung konkreter Anpassungsmaßnahmen zu moderieren und integrierend resiliente und damit klimawandelangepasste Raumstrukturen zu fördern.

Ein Strategiemix ist erforderlich, der Vermeidungs- und Anpassungsstrategien verfolgt, sinnvoll miteinander kombiniert und dabei eng mit den Fachpolitiken verknüpft ist. Zur Implementierung von Anpassungsstrategien ist vor allem die regionale Ebene prädestiniert, während Vermeidungsstrategien vermehrt auf lokaler Ebene realisiert werden können.

Die Modellvorhaben können auf den in den vergangenen Jahren erarbeiteten ersten, meist sektoralen Konzepten aufbauen, wozu eine umfassende Auswertung des Forschungsstandes und eine intensive Einbindung in die Forschungslandschaft vorgesehen sind.

Rolle und Handlungsfelder der Raumplanung zur Anpassung an den Klimawandel

Als querschnittsorientierter Akteur kann die räumliche Planung durch das raumordnerische Instrumentarium also einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. Dabei sind für sie vor allem folgende Handlungsfelder von Bedeutung:

  • Zum Schutz vor zunehmenden Hitzebelastungen in Städten hat vor allem der Erhalt von Freiflächen, Frischluftschneisen und Gebieten, in denen Frischluft gebildet wird, eine große Bedeutung. Daneben kommt es aber auch darauf an, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für zunehmende Gefahren zu wecken.
  • Angesichts zunehmender Hochwassergefahren gilt es, potenziell von Hochwasser betroffene Gebiete von Bebauung frei zu halten und zur Risikominderung beizutragen. In den Einzugsgebieten kann die räumliche Planung auf Flächennutzungen hinwirken, die das Retentionsvermögen erhöhen. Im Küstenschutz muss daneben eine Flächensicherung für einen zukünftig erforderlichen Ausbau von Anlagen zum Küstenschutz erfolgen.

  • Eine Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter erfordert ein Landnutzungs- und Wassermanagement, das hilft, die Grundwasserneubildung zu verbessern, Hochwasser zu vermeiden und Wasser effektiv zu nutzen. Ausweisungen zum Grundwasserschutz können Wasserressourcen schützen, Festlegungen zu Natur und Landschaft oder Land- und Forstwirtschaft können auf eine grundwasserschonende Flächennutzung hinwirken.
  • Einer Verschiebung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen und einem Verlust von Biodiversität kann durch eine großräumige Vernetzung begegnet werden. Hierfür können Flächen für den Naturschutz und den Biotopverbund gesichert werden.
  • Zwar ist der Einfluss der räumlichen Planung auf die Flächennutzung in der Land- und Forstwirtschaft gering, allerdings kann sie ertragreiche Standorte für die Landwirtschaft sichern und in der Forstwirtschaft durch Ausweisung im Regionalplan den notwendigen Waldumbau unterstützen. Wichtig ist aber auch eine informelle Vorgehensweise.
  • Weiterhin werden auch Klimaschutzmaßnahmen notwendig sein. Dabei müssen Wechselwirkungen mit Klimaanpassungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Hierzu kann die räumliche Planung beitragen.