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 KlimaMORO » Phase I » Forschungsleitfragen

Forschungsleitfragen

Die Modellregionen sollen auf neue, besondere Herausforderungen der Raumordnung bei der Erarbeitung von räumlichen Konzepten zur Bewältigung des Klimawandels eingehen. Die folgenden Fragen enthalten dabei ein besonderes Forschungs- und Erkenntnisinteresse.

 

Integration

1.      Wie können die unterschiedlichen planerischen Ebenen bei der Umsetzung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sinnvoll miteinander verzahnt werden?

2.      Wie können unterschiedliche fachplanerische Belange in ein abgestimmtes Gesamtkonzept integriert werden? Adressiert sind hier insbesondere Handlungsfelder in den Fachplanungen, u.a.:

-        Wasserhaushalt und Wasserwirtschaft durch Maßnahmen zur Anpassung an Extremwetterereignisse (Trockenheiten, Hitzewellen, Starkregen)

-        Landwirtschaft durch Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung und durch angepasste Anbaukulturen

3.      In welchen Handlungsfeldern von Klimaanpassungsstrategien ist Integration einfacher, in welchen schwieriger zu erreichen?

4.      Wie können Klimaanpassungsmaßnahmen mit begleitenden Kommunikations- und Partizipationsansätzen flankiert werden, um das Problembewusstsein und die Umsetzungsbereitschaft bei den beteiligten Akteuren zu erhöhen?

 

Prozessorganisation

5.      Wie kann Risk Governance als umfassender Handlungsansatz zur Bewältigung der komplexen Herausforderungen des Klimawandels konkretisiert werden?

6.      Wie kann die erarbeitete „Blaupause Klimaanpassung“ für eine umfassende Klimaanpassungsstrategie konkretisiert werden? Erweist sie sich als hilfreich? Welche ihrer Elemente sind umsetzbar, welche nicht?

7.      Mit welchen strategischen Ansätzen kann ein ausreichendes Maß an Prozesssicherheit und Verbindlichkeit ausgehandelt werden?

8.      Wie können die Akteure bei der Erarbeitung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel mit Prognoseunsicherheiten und der Bandbreite unterschiedlicher Prognosen umgehen?

9.      Wie können die rechtlichen Planungsinstrumente an solche Risikobandbreiten angepasst werden, ohne an Steuerungsstringenz zu verlieren?

 

Innovation

10.  Wie kann die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in bestehende Instrumente der Regionalplanung integriert werden (z.B. Ergänzung von ROV/SUP/UVP um „Climate Proofing“)?

11.  Wie können Leitbilder und Konzepte für resiliente Raumstrukturen entwickelt bzw. bestehende Leitbilder angepasst werden? Wie können kurz- und langfristige Planungsziele und Zielkonzepte vor dem Hintergrund des Klimawandels angepasst werden?

12.  Welche Anforderungen ergeben sich an die Fortschreibung von Regionalplänen?

12.1.  Wie können bestehende Kategorien in Regionalplänen so angepasst werden, dass sie Klimaanpassungserfordernissen Rechnung tragen? Welche Kategorien sind zu nennen?

12.2.  Ist die Einführung neuer integrierter Raumkategorien (z. B. Vorrang- oder Vorbehaltsgebiet Klimaschutz und -anpassung) sinnvoll und wie können sie ausgestaltet werden?

12.3.  Welche regionalplanerischen und sonstigen Möglichkeiten zum Umgang mit dem Siedlungsbestand aufgrund von Klimaanpassungserfordernissen gibt es? Wie könnten Siedlungsrückbaustrategien aussehen? Welche Anforderungen ergeben sich daraus an Instrumente außerhalb der Raumordnung (z. B. Städtebauförderung)?

12.4.  Welche Rolle können Zielvereinbarungen (z. B. in Form von quantifizierten Schadensreduktionszielen) spielen?

13.  Wie kann gewährleistet werden, dass Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel keine konträren Wirkungen entfalten, sondern zusammenwirken und damit die Widerstandsfähigkeit der Region insgesamt gesteigert wird?

 

Umsetzungsorientierung

14.  Wie können Chancen des Klimawandels identifiziert, auf ihren Nachhaltigkeitswert hin überprüft und als positive Merkmale des Wandels umgesetzt werden?

15.  Wie können konkrete Lösungsansätze zur Stärkung der Anpassungsfähigkeit (Resilienz) regionaler Gegebenheiten und Akteure erarbeitet, eingeführt und deren Wirksamkeit erprobt werden?

16.  Wie können Maßnahmen des Klimaschutzes und der Erzeugung regenerative Energien konfliktarm in das räumliche Nutzungsmuster integriert werden?

17.  Wie könnte ein regionales Klimaanpassungsmanagement organisiert sein, welche Rolle spielt die Regionalplanung darin?

Forschungskonzeption und Methodik

Die Arbeitsweise im Modellvorhaben zielt auf ein Zusammenspiel zwischen den Modellregionen, der Forschungsassistenz und dem BBSR in Rückkoppelung mit dem BMVBS. Die Modellregionen arbeiten selbständig, aber in ständigem Austausch mit der Forschungsassistenz und dem BBSR.

Bei der Erarbeitung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel stehen die Modellregionen vor der Aufgabe, möglichst konkrete und operationalisierbare Lösungsansätze zu finden, die nicht nur hohe Bedeutung für die Regionalentwicklung haben, sondern auch Konfliktpotenziale eingrenzen, möglichst kosteneffizient sind und die begrenzte Personalausstattung in der Regionalplanung berücksichtigen. Dabei werden integrierte Lösungen gesucht, die zielkonform mit anderen wichtigen räumlichen Herausforderungen wie dem demographischen Wandel oder der Strukturkrise realisierbar sind.

Gesucht werden Verfahren, die plausibel eine breite politische Akzeptanz und darüber eine aktive politische Implementierung dieser Lösungen versprechen. Dies erfordert einen Arbeitsprozess, der breit getragene Ergebnisse auf der Basis einer im Dialogprozess gewachsenen gemeinsamen Zielorientierung hervorbringt, der aber nicht auf einem Konsens auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner beruht. Hierzu müssen die Regionen individuell passfähige Verfahren finden. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Forschungsassistenz, diesen Prozess zu initiieren und immer wieder zu unterstützen.

Arbeitsgrundlage in den Modellregionen sind Zuwendungsbescheide und regional angepasste Arbeitsprogramme mit Zielvereinbarungen.

Meilensteine

  • Mai 2009: Auswahl der Modellvorhaben
  • Juli 2009: Übergreifende Auftaktkonferenz
  • Aug./Sept. 2009: Auftaktveranstaltungen in den Modellregionen
  • Ende 2009: Vereinbarung eines detaillierten zeitlichen und inhaltlichen Arbeitsplans in den Modellregionen
  • Dez. 2009: 1. Querschnittsworkshop der Modellregionen
  • 2009/2010: Bestandsaufnahmen in den Modellregionen
  • April 2010: 2. Querschnittsworkshop der Modellregionen zum Instrumentarium der Regionalplanung
  • 2010: Projektarbeit und Workshops in den Modellregionen
  • Okt. 2010: Übergreifende Fachkonferenz auf der euregia in Leipzig
  • Januar 2011: 3. Querschnittsworkshop der Modellregionen
  • Februar-Juni 2011: Abschlussveranstaltungen in den Modellregionen
  • 7.6.2011: Bilanzworkshop
  • 7.-8.11.2011: 4. KlimaMORO Ergebniskonferenz
  • Frühjahr 2012: Endbericht und Verstetigungsbericht mit Beantwortung der Forschungsleitfragen
  • laufend: Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation